Die Fähigkeit von Organisationen, auf Störungen, Unsicherheiten und dynamische Umweltbedingungen adaptiv zu reagieren, wird zunehmend als zentrale Voraussetzung nachhaltiger digitaler Transformation verstanden. Digitale und organisationale Resilienz entsteht dabei nicht allein durch robuste Technologien, sondern im Zusammenspiel von gestalteter Software, reflexiven Arbeitspraktiken und lernenden Organisationsstrukturen.
Der Workshop RAPID-RE führt zwei bislang häufig getrennt diskutierte Perspektiven zusammen:
(1) Resilience by Practice – Resilienz als Ergebnis kontinuierlicher Lernprozesse, partizipativer Arbeitsformen und adaptiver Handlungspraxis – und
(2) Resilience by Design – Resilienz als gezielt gestaltbare Eigenschaft digitaler Systeme und soziotechnischer Arrangements, insbesondere durch Methoden des Requirements Engineering (RE).
Im Fokus steht die Frage, wie organisationale Resilienz durch das Zusammenspiel von Lernkulturen, Arbeitspraktiken und softwaretechnischer Gestaltung systematisch unterstützt werden kann. Dabei wird Requirements Engineering nicht nur als technische Disziplin, sondern als Vermittlungsinstanz zwischen organisationalem Wissen, Unsicherheit und digitaler Umsetzung betrachtet.
Der Workshop adressiert unter anderem:
- die Rolle agiler und partizipativer RE-Methoden für kollektive Entscheidungsfähigkeit,
- die Identifikation und Behandlung unberücksichtigter Szenarien, Störungen und Unsicherheiten im RE-Prozess,
- die Verbindung von organisationalem Lernen, digitaler Souveränität und nachhaltiger Systemgestaltung,
- sowie den Beitrag von Lehre, Weiterbildung und KI-gestützten Reflexionsformaten zur Entwicklung resilienter Kompetenzen.
Der Workshop ist explizit offen für unterschiedliche Reifegrade der Beiträge und versteht sich als Transfer- und Diskussionsraum zwischen Forschung und Anwendung. Willkommen sind theoretische Konzepte, empirische Studien, Fallberichte, Best Practices, Work-in-Progress-Beiträge und Position Papers, sofern sie fundiert argumentiert sind und das Potenzial besitzen, neue Perspektiven auf Resilienz in digitalen Organisationen zu eröffnen.
Ziel ist es, aus den unterschiedlichen Blickwinkeln einen initiierenden Beitrag zu einem interdisziplinären Arbeitsfeld zu leisten, das organisationale Resilienz als lern- und gestaltungsfähige Eigenschaft soziotechnischer Systeme begreift.
Workshop Chairs:
- Dr. habil. Andrea Hermann
- Prof. Dr. Rüdiger Weißbach
- Prof. Dr. Oliver Norkus
- Prof. Dr. Kai Mecke